Spielzeit 17/18

Schlossparktheater Berlin

Öffentliches Eigentum

von Sam Peter Jackson

Regie: Michael Bogdanov

mit: Rainer Hunold, Ulrich Gebauer und Arne Gottschling

05. Februar – 25. März 2018

 

Zum Inhalt:

Seine neue Autobiografie – ein von allen Kritikern verrissenes Werk. Seine Liebe zum Job? Hat Geoffrey Hammond längst verloren. Englands beliebtester Nachrichtensprecher steckt mitten in der Midlife-Crisis.

Und auch privat hat es der prominente Bildschirmmann nicht leicht. Während er für die Medien versucht, die Ehe mit seiner Frau Elaine aufrechtzuerhalten, hofft er, von der Öffentlichkeit unbemerkt, auf einen Neuanfang mit seinem Lebenspartner Paul. Ihm zur Seite steht sein Pressesprecher Larry de Vries.  Doch der PR-Profi hat Probleme mit Geld und Drogen. Er wird von Geoffrey gefeuert.

Wenige Wochen später aber wendet sich das Blatt. Geoffrey wird mit einem 16-jährigen Jungen erwischt, von Reportern verfolgt und gedemütigt. Eine prekäre Situation, aus der ihm nur Larry heraushelfen kann. Doch dessen Unterstützung hat seinen Preis.

Während die Presse draußen gierig auf ein neues Medienopfer wartet, versuchen die zwei Männer verzweifelt, mit PR-Zauberei und Fantasie einen Ausweg zu finden. Ein Prozess, der sich bald durch ein dunkles Geheimnis in einen unerwarteten Machtkampf verwandelt.

„Jackson hat ein Talent für die sarkastische Pointe, (...) er unterhält auf intelligentem Niveau. Das Schlossparktheater ist damit jedenfalls am Puls der Zeit. Man kann ja schwerlich den Fall Edathy ausblenden, diese totale öffentliche Vernichtung eines Menschen, dessen Intimstes publik gemacht wird. „Warum geht das alles auch nur irgendjemanden etwas an“, will Geoffrey einmal wissen. „Weil es Neuigkeiten sind“, entgegnet Larry“.

 (aus: Tagesspiegel)

 

Kritiken:

Gibt es ein privates Leben im öffentlichen? Das ist die Frage dieses Stücks. Der Brite Bogdanov, vor vielen Jahren Intendant des Hamburger Schauspielhauses, bedient den Text ganz im Sinne der Schauspieler. Rainer Hunold spielt den Nachrichtenmann, der in die Schlagzeilen gerät, mit einer fragilen Mischung aus eitler Härte und trotziger Verletztheit. Ulrich Gebauer ist als PR-Larry der Jago in diesem Spiel, ein toller Strippenzieher ohne Moral. Und Arne Gottschling gibt den 16-jährigen Jamie, der zugleich Opfer und kommende Medienhure ist: „Ich will berühmt sein. Etwas tun, wofür alle Menschen dich lieben.“ Auf ins Dschungelcamp!

Tagesspiegel

 

Wann überschreiten die Medien den schmalen Grat zwischen professioneller Berichterstattung und geschützter Privatsphäre? Wann wird das Leben einer prominenten Person zum „öffentlichen Eigentum“? Der britisch-deutsche Autor Sam Peter Jackson geht dieser Frage konsequent nach und entwickelt eine spannungsgeladene Geschichte.

Berliner Lokalnachrichten

 

Auch wenn das Stück auf der Bühne nur Opfer hinterlässt, für Autor Jackson und Regisseur Michael Bogdanov endete der Premierenabend erfolgreich – laut wurden sie ebenso ausdauernd beklatscht wie die drei Darsteller.

Stadtrand Nachrichten

 

Von Scheinehen und Machenschaften: Ausnahme-Regisseur Michael Bogdanov inszeniert „Öffentliches Eigentum“ am Schlosspark Theater mit hochkarätiger Besetzung.

Berliner

 

Sam Peter Jackson, Autor

Sam Peter Jackson, als Sohn einer deutschen Mutter und eines englischen Vaters in Nordrhein-Westfalen geboren, zog nach dem Abitur 1997 nach London. Als Schauspieler ist er durch seine Rollen in den internationalen Fernsehfilmen „D-Day“ (BBC/Pro7) und „Nürnberg – Görings Letztes Gefecht“ bekannt. 2010 schrieb und moderierte Sam Peter Jackson auch den Dokumentarfilm „The Other Michael Jackson“ (Channel 4). Sein erstes Theaterstück „Minor Irritations“ wurde in London, Edinburgh und Dublin aufgeführt und unter anderem für den Oscar Wilde Award nominiert. „Public Property“ wurde im Londoner West End (Trafalgar Studios) uraufgeführt und erhielt 2010 eine WhatsOnStage Award Nominierung der Kategorie „Best New Comedy“. Die deutschsprachige Erst­aufführung in der Übersetzung des Autors „Öffentliches Eigentum“ inszenierte Michael Bogdanov 2014 im Schlosspark Theater Berlin.

 

Michael Bogdanov, Regisseur

Michael Bogdanov, Sohn russischer und wali­sischer Eltern, graduierte 1963 am Trinity College in Dublin. In Irland begann auch seine nunmehr über 40-jährige Karriere. Als Theater-, Fernseh- und Filmregisseur gewann er insgesamt 19 Auszeichnungen, darunter zweimal den renommierten Laurence Olivier Award für die beste Regie. Acht Jahre lang war Michael Bogdanov  stellvertretender Leiter des Royal National Theatre in London. Von 1982 bis 1992 leitete er das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. 1986 gründete er zusammen mit dem Schauspieler Michael Pennington „The English Shakespeare Company“, für die er unter anderem die sieben Rosenkriegs-Dramen mit großen Erfolg inszenierte.

2007 erhielt er für seine Inszenierung von Becketts  „Warten auf Godot“ an den Ham­bur­ger Kammerspielen den Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater. 2011 eröffnete er mit einer plattdeutschen Inszenierung von Shakespeares  „Ein Sommernachtstraum“ das neue Hamburger Ohnsorg-Theater am Heidi-Kabel-Platz.

 

 

Rainer Hunold, Schauspieler und TV-Star

Rainer Hunold ist der „Saubermann“ des TV. Seit seinen Rollen in „Ein Fall für zwei“ oder „Dr. Sommerfeld“ verehren Zuschauerinnen ihn als pfundigen Mann zum Anlehnen. Jetzt macht der verheiratete Hunold (2 Adoptivkinder, 18, 19) als versteckt schwuler Nachrichtensprecher mit Hang für Minderjährige Furore: In Sam Peter Jacksons Schauspiel „Öffentliches Eigentum“ im Schlosspark-Theater.

„Ich bin ja immer der Nette“, sagt Hunold. „Da kann es doch auch mal was anderes sein.“ Anders ist in diesem Fall: ungeniert und für einen Skandal gut. Als Geoffrey knutscht er wild und hemmungslos mit einem 16-Jährigen (Arne Gottschling, 28). Hunold über den Kuss von Mann zu Mann: „Ich glaube kaum, dass das in Zukunft zu meinen bevorzugten Tätigkeiten gehören wird.“

Die Affäre mit dem Jungen wird öffentlich und Geoffrey gerät in den Strudel einer Kampagne. „Auch wenn es zynisch klingt, der Fall Edathy ist natürlich nicht schlecht für uns. Jeder hat den Medienrummel um ihn im Kopf“, sagt Hunold, der selbst alles dafür tut, Privates zu verbergen. Das gelang ihm nicht immer.

Vor zehn Jahren brach eine Stalkerin in seine Frohnauer Villa ein und klaute seinen Bademantel. Für Hunold ist dieses Thema heute tabu.  (nach: BZ Berlin)

 

Ulrich Gebauer, Schauspieler

Als Kind ist Ulrich Gebauer ein begnadeter Eiskunstläufer. Mit 12 wird er sogar baden- würtembergischer Jugendmeister. Die Noten im Gymnasium lassen leider zu wünschen übrig... und so muss Ulrich Gebauer auf die Realschule wechseln und als erzieherische Maßnahme mit dem Eislaufen aufhören. Er reißt sich zusammen und darf dafür am Jugendtheater Ravensburg spielen. „Sehr viel und sehr dominant.“ Ein Dramaturg vom Landestheater Tübingen drückt ihm ein paar Adressen von Schauspielschulen in die Hand. Mit dem Ergebnis: Gebauer wird Student an der Universität der Künste in Berlin. Nach erfolgreichem Abschluss lädt man ihn zum Vorsprechen ans „Schauspiel Stuttgart“ ein. Stuttgart bedeutet für den jungen Schauspieler das „Mekka des deutschen, politischen Theaters“, denn da ist Claus Peymann Intendant. Mit hoch komplexen Streitstücken tourt das Ensemble durch Deutschland. Ulrich Gebauer mit seinen Anfang 20 mittendrin und begeistert. Schon seine Studienzeit in Berlin bezeichnet er als „sehr politisch interessiert“, als die R.A.F. 1977 Hans Werner Schleyer entführt, schreiben die Studenten als Abschlussarbeit das Theaterstück „Der Brautschleier – oder der braune Fleck muss weg“.

Peymann wird wie ein Ziehvater für Gebauer. Er holt ihn 1979 für sieben Jahre ans Schauspielhaus Bochum und engagiert Ulrich Gebauer von 1986 bis 1990 ans Burgtheater Wien.

Peter Palitzsch, (Regisseur, Intendant & Brecht-Schüler) tritt ins Leben von Ulrich Gebauer. Eine intensive Freundschaft entsteht, die auch bis zum Tod von Palitzsch 2004 nicht an Nähe verliert. Gebauer spielt unter Palitzsch am Schauspielhaus Zürich, am Theater Basel und hat feste Engagements am Nationaltheater Luxemburg und am Schauspielhaus Frankfurt. Gleichzeitig häufen sich seit Anfang der 90er die Aufträge fürs TV.

Mittlerweile ist das Gesicht Ulrich Gebauers aus der deutschen Fern­sehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Mehr als 100 Rollen hat er bereits verkörpert. Keine Krimi-Serie ohne Gebauer, sei es „Tatort“, „Soko“, „Ein Fall für Zwei“ oder „Polizeiruf 110“.

(nach: www.ulrichgebauer.de)

 

Arne Gottschling, Schauspieler

Arne Gottschling stammt aus Münster. Von 2006 bis 2010 studiert er Schauspiel an der Salzburger Universität Mozarteum sowie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Schon während des Studiums steht er am Theater im Central in Salzburg und am BAT Berlin auf der Bühne. In dieser Zeit sammelt er auch erste Erfahrungen beim Film. Seine erste Hauptrolle spielt er in dem Kinofilm „Suicide Club - Manchmal lebt man länger als man denkt“ (Regie: Olaf Saumer), der 2010 auf dem Max-Ophüls-Filmfestival mit dem Interfilmpreis ausgezeichnet wird.

Intendant Michael Schottenberg holt ihn 2010 als festes Ensemble­mit­glied ans Volkstheater Wien, wo er mit dem Dorothea-Neff-Preis als bester Nachwuchsschauspieler der Spielzeit 2010/2011 prämiert wird. Mit der Spielzeit 2012/2013 wechselt er als Gast ans Hans Otto Theater Potsdam, in der Spielzeit 2013/14 spielt er unter der Regie von Michael Bogdanov  „Öffentliches Eigentum“ im Schlosspark Theater Berlin.

Seit Beginn der Spielzeit 2014/15 ist Arne Gottschling Ensemblemitglied am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.