Wiederholungstournee

04.11. 2019 bis 30.11. 2019

sowie 02./03./06./07./09./

10./13./ und 14.12. 2019

Spielzeit 19/20

Fritz Rémond Theater im Zoo, Frankfurt

Schon wieder Sonntag

(A Month of Sundays)

Komödie von Bob Larbey

Aufführungsrechte: Hartmann & Stauffacher Verlag

 

Regie: Peter Kühn

Bühnenbild: Steven Koop

 

Mit: Joachim Bliese, Pavel Fieber, Susanne Eisenkolb,

Sabine Roller,  Steffen Wilhelm u.A.

 

Tourneezeitraum: 20.09.2019 bis 10.11. 2019

 

Zum Inhalt

Die berührende Komödie übers Älterwerden erzählt die Geschichte des gebrechlichen Witwers Cooper. Er lebt im Seniorenheim, trauert um seine verstorbene Frau, erträgt einmal im Monat den Pflichtbesuch von Tochter und Schwiegersohn und pflegt seine Freundschaft mit dem an Demenz erkrankten Aylott. Zum Zeitvertreib flirtet Cooper gern mit Krankenschwester Wilson. Und um sich vor Resignation zu schützen, liefert sich der bärbeißige Alte mit allen Menschen um sich herum pointenreiche Wortgefechte, die ihm beweisen, „dass er noch am Leben ist“.

 

Das Erfolgsstück über Freundschaft und den eisernen Willen, sich im Alter nicht aufzugeben, bringt alles mit, was eine berührende Tragikomödie ausmacht: Tiefenschärfe, gut funktionierende, schwarzhumorige Dialoge und pfiffige Pointen, Heiterkeit und Melancholie.

 

Kritiken

 

Ein harmonisches Ensemble, eine Inszenierung voll Witz und Nachdenklichkeit, kurz: ein Theaterabend mit Qualitätssiegel....FAZ

 

Grandios: Joachim Bliese begeistert im Zoo Theater in jeder Sekunde....Bild

 

Cooper, überzeugend realistisch von Joachim Bliese gegeben, ist das tragende Zentrum des Geschehens. Mit Selbstironie und authentisch wirkendem Selbstzweifel vermittelt er die vielschichtigen Stufen eines Prozesses, der zu jenen launischen Stimmungsumschwüngen führt, die eben nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ältere Menschen typisch sind. Frankfurter Rundschau

 

Dieses psychologische Hin und Her hat Peter Kühn in dieser Inszenierung sorgfältig austariert. Hinter der Fassade des bisweilen senil wirkenden Lusthahns, der mit sexuellen Anspielungen Krankenschwester Wilson (mit gekonnter Präsenz gegeben von Katarina Schmidt) und Reinigungskraft Mrs. Baker (Sabine Roller) aus dem Gleichgewicht zu bringen sucht, wird die eigentliche Sorge sichtbar: Immer wieder ist im Gespräch mit Altersheim-Freund Aylott (Pavel Fieber) vom kritischen Punkt die Rede, an dem Würde und geistige Präsenz verloren gehen könnten. Und genau das geschieht. Doch während der Kontrollverlust beschämt, wächst die Bereitschaft, aufrichtige emotionale Nähe anzunehmen.  Frankfurter Rundschau

 

Der englische Dramatiker Bob Larbey hat (...) eine Komödie über das letzte Logis der Betuchten in den achtziger Jahren verfasst. Gut versorgt, aber gelangweilt zwischen Pantoffeln und Whisky bringen Cooper und Aylott ihre Tage hin. Nur mit herzigem Sarkasmus kann sich Cooper unter dementen „Zombies“ behaupten. Auf ihn ist das Stück zugeschnitten, ihn stellt Regisseur Peter Kühn in den Mittelpunkt, ihm haucht Schauspieler Joachim Bliese nicht nur Leben ein, er verkörpert den alten Knurrhahn mit Leib und Seele. FAZ

 

 

Der Autor

Bob Larbey, 1934 in London geboren, und sein Schulfreund und Mitautor, John Esmonde, konnten sich erst ab Mitte der 60er-Jahre über bescheidene Erfolge freuen. In den 80er und 90er-Jahren gehörten die beiden jedoch zu den bekanntesten Fernsehautoren Englands. Auch ohne seinen Partner schrieb Larbey erfolgreiche Serien und Theaterstücke. Für sein Erstlingswerk „A Month of Sundays“ bekam er 1986 den „London Evening Standard Award“ für die ‚beste Komödie des Jahres‘ und für „Schon wieder Sonntag“ erhielt er zwei Jahre später den „Kritikerpreis“. Aus: positiv-magazin

 

Der Regisseur:

Peter Kühn studierte in Hamburg Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft. Während des Studiums gründete er eine private Schule für musische Bildung, arbeitete in freien Theatergruppen und im Studententheater und ging schließlich zu Ida Ehre an die Hamburger Kammerspiele. 1985 wurde Peter Kühn als Regieassistent von Peter Zadek an das Deutsche Schauspielhaus engagiert, wo er später Hausregisseur und persönlicher Referent des neuen Intendanten Michael Bogdanov wurde. Hansgünther Heyme engagierte ihn dann für die Ruhrfestspiele als Leiter des „Theaters im Depot“ und als Regisseur an das Schauspiel Essen. Peter Kühn erhielt einen Lehrauftrag an der Folkwang Hochschule in Essen und arbeitet seit 1991 als freier Regisseur u.a. in Dänemark, Essen, Recklinghausen, Bremen, Göttingen, Wien, Berlin, Aachen, Düsseldorf, Frankfurt, sowie für Tourneen, Freilicht- und Festspiele. Text: Schauspielbühnen in Stuttgart

 

 

Schauspieler Joachim Bliese:

„Lebenslust ist keine Frage des Alters“.

 

Wenn Sie eine Figur mögen, fällt Ihnen das Spielen dann leichter?

Nein. Es ist eher umgekehrt. Leichter zu spielen sind oft­mals eher die Rollen, die einem von der eigenen Ver­fassung her erstmal nicht so nahe stehen. Das muss nicht so sein, doch oft ist es so. Bei manchen Figuren kann ich mir ziemlich genau vorstellen, was sie denken und fühlen – was jedoch nicht heißt, dass ich sie deshalb auch sehr gut spiele. Wichtig ist immer auch der Austausch, der auf der Bühne zwischen den Akteuren stattfindet. Also hoffe ich zuversichtlich, mit meiner Rolle klarzukommen – obwohl diese innere Nähe zur Figur besteht.

 

Lebenslust ist keine Frage des Alters, zeigen Sie dem Publikum in vielen Ihrer Rollen. Eine Aussage, die Sie voll und ganz teilen ...

So ist es. Mein Leben auf verschiedene Weise zu genießen, habe auch ich mir niemals abgewöhnt. So viele Menschen glauben, mit zunehmendem Alter müsse man sich immer weiter einschränken, weil bestimmte Wünsche und Sehn­süchte nicht mehr zu einem passen. Aber  nein, so ist es ja nicht. Ich habe seit Jahren einen Lieblingssatz vom Dichter Oscar Wilde, der gesagt hat, das Problem sei nicht, dass man alt wird, sondern dass man jung bleibt. Ich finde das sehr richtig. In jedem Menschen steckt etwas, das den Alterungsprozess nicht mitmacht. Es trägt die Wünsche und das, wonach wir uns sehnen, einfach weiter.

 

Könnten Sie sich ein Leben ohne die Schauspielerei überhaupt vorstellen?

Ich habe eine ganze Reihe von Interessen außerhalb des Theaterspielens. Nicht zu vergessen meine vier Kinder. Aber ich kann es mir für mich einfach nicht vorstellen, mich hinzusetzen und zu sagen, beruflich geht jetzt alles nicht mehr, ich bleibe zu Hause und ruhe mich aus. Nun habe ich durch meinen Beruf das Riesenglück, ständig mit jungen Menschen zusammenzukommen. Ich genieße diesen gegenseitigen Austausch, bringt er es doch mit sich, dass man nicht immer nur in seinem eigenen Kram hängen bleibt. Ja, ich habe meinen Beruf schon sehr gern, fast lieber sogar als noch vor 30 Jahren.

 

Und woran liegt das?

Es ist vielleicht ein kleiner Vorteil des Alters, sich im Job etwas freier und sicherer zu fühlen. Heute muss ich niemandem mehr beweisen, dass ich auf eine Bühne darf. Dieser Druck ist weg, und je weniger Druck man hat, desto besser lässt es sich arbeiten.

 

Gibt es eine Glücksformel für Ihr Leben?

Bis ins hohe Alter aktiv zu sein und arbeiten zu können, macht einen großen Teil des Glücks aus. Ich will aber auch gemeinsam mit meinen Kindern, die jetzt erwachsen sind, vieles erleben. Und ich habe einen noch relativ jungen Sohn, der mich ganz schön auf Trab hält. Das ist wunderbar, denn es bringt Spontaneität zurück.

Brigitte Scholz

 

 

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