Ernst-Deutsch-Theater

Szenen einer Ehe

von Ingmar Bergmann

Aufführungsrechte: Musik und Bühne Verlagsgesellschaft mbH

 

Inszenierung: Harald Weiler

Ausstattung: Peter Schmidt

 

Mit: Nele Mueller-Stöfen und Kai Scheve

Tourneezeitraum: 18. Januar bis 20. Februar 2019

Zum Inhalt

Der Naturwissenschaftler Johan und die Rechtsanwältin Marianne sind seit 10 Jahren verheiratet. Sie gelten als glückliches Paar, das eine Musterehe führt. Doch der Schein trügt. Das Problem der beiden besteht gerade darin, dass sie offenbar kein Problem haben. Eines Tages aber gesteht Johan seiner völlig überraschten Frau, dass er seit Jahren über eine Trennung nachdenke. Er verlässt Marianne wegen einer jungen Studentin. Ein halbes Jahr später scheitert ein erneuter Annährungsversuch der beiden, Marianne und Johan finden nicht wieder zueinander.

In seinem legendären schwedischen Filmdrama aus dem Jahre 1973 gibt der weltberühmte Star-Regisseur Ingmar Bergman Einblicke in das  gemeinsame Leben eines Paares und den Zerfall ihrer Ehe. Eindringlich schildert er Enttäuschung, Wut, verletzte Gefühle und die schmerzhafte Suche nach einer Neuordnung des Lebens.

Als fesselndes Kammerspiel ist das tiefgründige Beziehungsdrama erstmals auf Tournee zu sehen: Ein Theaterabend der großen Gefühle.

 

Kritiken

 

Marianne und Johan stoßen sich ebenso ab, wie sie sich anziehen. Die Folge ist ein breites Gefühlsspektrum aus Selbsthass, Zweifel, jäh aufkeimender Glückseligkeit, Einsamkeit und zärtlicher Zuneigung, die Bergman in aller Intensität auf den gebannten Zuschauer überträgt. moviepilot

 

 Die beiden Schauspieler haben dabei Ungeheures zu leisten, ihnen wird in den mehr als zwei Stunden körperlich wie mental Extremes abverlangt. Zwei Menschen, die sich lieben, verletzen einander – weil diese Geschichte so gewöhnlich ist und gut 40 Jahre nach Bergmans Film nicht weniger aktuell, vermag sie jeden zu berühren. Kn-online

 

Marianne und Johan, das sind zwei Spielbälle ihrer Gedanken und Gefühle, unfähig, die Balance zu finden zwischen Vernunft und Emotion, Eigensinn und Rücksichtnahme, Reden und Schweigen. Es ist ein Kreuz mit der Ehe: Zwar bedarf sie gefestigter Persönlichkeiten, Charaktere mit Überzeugungen. Haben sich diese Charaktere aber auf ganz verschiedene Weise verfestigt, werden sie erst recht nicht mehr zusammenfinden. Kreiszeitung

 

 

Der Stoff ist hochaktuell: Die Ehe ist noch immer eine Institution in unserer Gesellschaft und beim Mix von Analyse und Humor erweist sich Bergman als Woody Allen Europas (die Dialoge, der Blick auf Beziehungen, etc.) – wenn das Verwandschaftsverhältnis nicht genau umgekehrt wäre: natürlich ist Allen ein Erbe Bergmans. Berliner Gazette

 

(...) genau das sind die„Szenen einer Ehe“ von Ingmar Bergman: ein Zerfleischungsstück, das mit ungeheurem psychologischen Realismus den ewigen Geschlechterkampf mit brennender Schärfe ins Heute überträgt. Stuttgarter Zeitung

Ingmar Bergman

Ingmar Bergman wurde 1918 im schwedischen Uppsala geboren. Er wuchs als Sohn eines Pfarrers in einem streng religiösen Elternhaus auf. Ingmar Bergman begeisterte sich früh für das Theater. Schon als Student begann er zu inszenieren.

Sein umfangreiches Werk umfasst mehr als 50 Produktionen, von denen zahlreiche mit Preisen gewürdigt wurden. In den meisten seiner Arbeiten widmete sich Bergman menschlichen Beziehungen im Zusammenspiel mit der Suche nach einem Lebenssinn. Eine pessimistische Grundstimmung, psychologische Krisen und starke Emotionen kennzeichnen seine Werke. Dabei verlangte er seinen Darstellern Höchstleistungen ab, die eine Intensität erzeugen, der sich bis heute kaum jemand entziehen kann. Zu Bergmans bekanntesten Arbeiten zählen „Wilde Erdbeeren“ (1957), „Persona“ (1966), „Szenen einer Ehe“ (1973) sowie „Fanny und Alexander“ (1982).

Den international größten Erfolg feierte Regie-Genie Bergman 1956 mit seinem Meisterwerk „Das siebente Siegel“, für das er u.a. mit dem Spezialpreis der Jury in Cannes ausgezeichnet wurde. Mit „Sarabande“ nahm Bergman 2003 nach 30 Jahren die Konstellation von „Szenen einer Ehe“ noch einmal auf – und schloss damit sein filmisches Werk ab.

Am 30. Juli 2007 starb Ingmar Bergman auf der schwedischen Insel Farö.

 

 

Harald Weiler: Schauspieler und Regisseur

Harald Weiler wurde 1958 geboren; studierte Sport in Köln und absolvierte dort auch seine Ausbildung zum Schauspieler. 1984 bekam er sein erstes Engagement am Thalia Theater in Hamburg. Nach Engagements in Köln, Hannover, Essen, Lübeck und Neuss arbeitet er seit 1997 als freischaffender Schauspieler. Seit Jahren spielt er sehr erfolgreich auf den renommierten Bühnen Hamburgs Theater, dazu gehören u.a. Kampnagel, Hamburger Kammerspiele, Altonaer Theater, Winterhuder Fährhaus und immer wieder auch das Thalia Theater, wo er in den Produktionen „Liliom“, „Lulu“, „Rose Bernd“ zu sehen war. Zusammen mit Kollege Murat Yeginer feierte er allabendlich einen großen Erfolg in seiner Rolle als „Fremder“ in dem intensiven Kammerspiel „Das Urteil“ von Paul Hengge in der Regie von Ayla Yeginer. Daneben fortlaufend zahlreiche Film und Fernsehproduktionen.

 

Seit einigen Jahren ist Harald Weiler auch als Regisseur tätig. Seine bisherigen Inszenierungen: „Messer in Hennen“ von David Harrower, „Herren“ von Jan Ericson, „Enigma“ von Eric Emmanuel Schmitt, „Frühlings Erwachen“ nach Frank Wedekind sowie am Altonaer Theater: „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess, „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda/Anna Bechstein,  „Das Orangenmädchen“ nach dem Roman von Jostein Gaader, „Die Muschelsucher“ nach Rosamunde Pilcher. Am Grenzlandtheater Aachen war zuletzt seine Inszenierung von Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ zu erleben. Am Theater Kontraste im Winterhuder Fährhaus inszenierte er mit großem Erfolg „Die Ratte“ von Justine del Corte und „Meier Müller Schulz oder nie wieder einsam“ von Marc Becker sowie „Der Wind macht das Fähnchen“ von Philipp Löhle. Für diese Arbeit wurde Harald Weiler 2012 mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.

 

 

Nele Mueller-Stöfen

Nele Mueller-Stöfen studierte nach dem Abitur 1988 an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Schon während ihrer Ausbildung hatte sie erste Theater- und Fernsehauftritte. Ihr Fernsehdebüt gab sie 1990 in der weiblichen Hauptrolle im Tatort „Rendezvous“. Seitdem arbeitet sie regelmäßig für Film und Fernsehen. So spielte sie neben Armin Rohde und Markus Knüfken 1996 die weibliche Hauptrolle  in der letzten Staffel der Serie „Auf Achse“. 2011 war sie neben Heino Ferch in dem für den Grimme-Preis nominierten Zweiteiler „Verschollen am Kap“ zu sehen.

Ihr Kinodebüt gab Nele Mueller-Stöfen in „Das Super­weib“ (von Sönke Wortmann). Weitere Filme, unter anderem „Dunckel“ und „Der Herrscher von Edessa“. Zusammen mit Edward Berger schrieb sie das Drehbuch zu dem Film „Jack“, der 2014 im Wettbewerb der Berlinale lief.

Immer wieder ist Nele Mueller-Stöfen auch auf der Bühne zu sehen, so u.a. auf Kampnagel in Hamburg, am Berliner Renaissance-Theater und dem Theater am Kurfürstendamm.

 

 

Kai Scheve

Kai Scheve wurde am 11. Februar 1966 im sächsischen Erlabrunn geboren. Aufgewachsen ist er in Leipzig, wo er auch die Schauspielschule besuchte, bevor er ab 1989 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main studierte.

Theaterengagements führten ihn nach Düsseldorf, Hamburg, Zürich und Berlin. Parallel zur Theaterarbeit startete Kai Scheve seine Karriere vor der Kamera. Seit seinem Kino-Debüt in der romantischen Komödie “Küss mich!” im Jahr 1996 hat der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler Kai Scheve in zahlreichen Fernsehfilmen und TV-Serien seine Vielseitigkeit bewiesen, so in Episodenrollen in den Krimi-Serien „Tatort“, „Polizeiruf 110“ oder „Der Alte“.

Zu den aktuellen Arbeiten des Wahlberliners gehört u.a. seine Rolle als Filmsohn von Mario Adorf  in dem TV-Zweiteiler „Der Patriarch“.

 

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