Spielzeit 17/18

Wiederholungstournee

Ohnsorg-Theater

Tratsch im Treppenhaus

 

Lustspiel von Jens Exler

Regie: Michael Koch

mit: Ohnsorg Star Heidi Mahler und dem beliebten Ohnsorg Ensemble

10. Oktober  – 25. November 2017

Zum Inhalt

Dieter klaut im Haus die Brötchen, Hanne Knoop verdient sich ein saftiges Zubrot durch Untervermietung, Hauswirt Schlachtermeister Tramsen verwurstet Katzenfutter – behauptet Meta Boldt. Nichts als Unruhe stiftet die Klatschsüchtige mit ihren üblen Nachreden unter den Nachbarn. Tagein, tagaus spioniert sie den Bewohnern hinterher, kriegt, was sie an Neuigkeiten aufschnappt, in den falschen Hals und alles geht drunter und drüber. Seinen Höhepunkt erreicht das Chaos in der Gerüchteküche als Meta Boldt im Mietshaus herumgeistert um herauszufinden, wer mitten in der Nacht vom Ball des Kaninchenzuchtvereins heimkehrt. Mit wem poussiert eigentlich die hübsche Heike, die bei Frau Knoop in der zweiten Etage eingezogen ist und der es spielend gelingt, ihre Verehrer um den kleinen Finger zu wickeln? Und was ist mit Schlachtermeister Tramsen, der versucht, Heike mit einer Dauerwurst auf die Pelle zu rücken? Aber auch Herr Brummer, Steuerinspektor im Ruhestand, sein Neffe Dieter und ein gewisser Herr Seefeldt liefern Meta Boldt allerlei Grund zu den wildesten Spekulationen. Am Schluss ist der Hausfrieden dann wiederhergestellt, denn die Mieter sind sich einig: bei ihnen kann das Plappermaul mit ihren Treppenhaustratschereien nicht mehr landen, sie lassen sich von der Frau mit dem losen Mundwerk mit ihren zusammengereimten Halbwahrheiten nicht mehr gegeneinander ausspielen.

Kritiken

Kittelschürze, Kopftuch, lila Socken – Heidi Mahler in der Paraderolle Meta Boldt. Wer aus dieser Tratschweib-Rolle nicht alles holt, gehört nicht auf die Bühne. Das wusste Mahlers Mutter Heidi Kabel, und die Tochter setzte dieses durchtriebene Frauen­zimmer auf ihre Art ebenso furios in Szene. Ohnsorg-Star Heidi Mahler und ihre Mitspieler sorgen mit dem Klassiker für Beifallsstürme und Gesang.

Hamburger Abendblatt

 

Prächtig, wie Heidi Mahler mit scheinheiliger Freundlichkeit treppauf, treppab schleicht und lustvoll Lügen und Gerüchte verbreitet – ein wahrer Schrecken für jede Hausgemeinschaft! Hamburger Abendblatt

 

Heidi Mahler spielt die Meta Boldt, die mit ihren falsch gedeuteten Beobach­tun­­­gen, Schludereien und Rühren in der Gerüchteküche Unruhe ins Haus des Schlachtermeisters Tramsen bringt.  HAN

 

Die Erfolgskomödie von Jens Exler  - ein fröhlicher Theaterabend! Wochenblatt

 

Ein unvergessenes Glanzstück aus den 60er Jahren: „Tratsch im Treppenhaus“ – in der Neuinszenierung von Michael Koch ein Heidenspaß für Darsteller und Publikum. Pralles Bühnenleben! Hamburger Morgenpost

 

Der Regisseur Jens Exler

Warum schreibe ich Komödien und Lustspiele?

Was ist es denn, was unsere Lachmuskeln in Tätigkeit setzt? Doch niemals das Selbstverständliche, Reine und Natürliche, sondern immer nur das Seltsame, Unbeholfene und menschlich Unzulängliche. Je komischer der Mensch in seiner Art ist, je mehr er versucht, die Lebensgesetze zu umgehen, desto mehr reizt er uns zum Lachen.

Diesem Menschen in seiner Abwegigkeit einen Spiegel vorzuhalten, ist mir ein Bedürfnis und macht mir Spaß. Nicht etwa, um mich als Moralist aufzuspielen – nichts liegt mir ferner als das – nein, ich will mit meinen Stücken wirklich „nur“ auf eine heitere Art unterhalten. Und weil wir doch alle das Lachen und ein bisschen Fröhlichkeit so dringend nötig haben, darum schreibe ich Komödien und Lustspiele.. Jens Exler

 

Nach dem Grund für den außergewöhnlichen Erfolg von „Tratsch im Treppenhaus“ gefragt, antwortete Jens Exler in einem Interview:

„Ich hatte täglich mit Mietern zu tun, denn ich war von 1945 bis 1976 bei der Wohnungsbau Flensburg tätig, und da habe ich natürlich einiges miterlebt und in dem Stück verarbeitet.“ Gefragt, ob sich denn einige Mieter in dem Stück wiedererkannt hätten, meinte er: „Wo denken Sie hin? Keiner hat sich wiedererkannt. Alle, an die ich beim Schreiben des Stücks gedacht hatte, waren der festen Überzeugung, nur die anderen könnten so sein ...“

 

 

 

Heidi Mahler

Heidi Mahler ist eine echte Hamburger Deern. Die Tochter des Schauspielers, Regisseurs und langjährigen Ohnsorg-Theater-Chefs Hans Mahler und der Schauspielerin Heidi Kabel studierte an der renommierten Staatlichen Schauspielschule ihrer Heimatstadt bei Lehrern wie Eduard Marks, Rolf Nagel und Hermann Lenschau. Nach Abschluss ihrer Ausbildung spielte sie ab 1963 am Ohnsorg-Theater im klassischen Repertoire die jungen Mädchen. Aber auch große Charakterrollen wie das stumme Vergewaltigungsopfer in "Johnny Belinda" oder die Marthe Schwertlein im plattdeutschen "Faust".

In den 80er Jahren holte Rudolf Noelte die Schauspielerin als Liese Bänsch in seine berühmte Inszenierung von "Michael Kramer" an das Hamburger Thalia Theater und später noch einmal als Mascha in Tschechows "Drei Schwestern" nach Bonn.

1984 verließ Heidi Mahler das Ensemble des Ohnsorg-Theaters. Auf großen Tourneen spielte sie zum Beispiel in "Minna von Barnhelm", in Hofmannsthals "Jedermann" sowie zusammen mit Peter Fricke in Ayckbourns "Tischmanieren" und in zahlreichen weiteren Produk­tionen. Immer wieder stand sie auch als Gast auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters, so als von Publikum und Presse einhellig gefeierte "Mudder Mews" und als Lotte Kellermann in der niederdeutschen Fassung der Ehekomödie "Frühstück bei Kellermanns".

Seit 1986 ist die Schauspielerin mit dem Regisseur und Autor Michael Koch verheiratet. Ihre knappe Freizeit genießt Heidi Mahler am liebsten auf ihrem Bauernhof in der Eifel.

 

"Aber "Meta Boldt" – kann ich einfach nicht widerstehen. Wir hatten alle großen Spaß bei den Proben und hoffen, dass es Ihnen heute Abend bei der Vorstellung auch so geht ." Heidi Mahler